StadtRevue Archiv | Artikel

Ausgabe: 7.2017

Kategorie: Film
Stichwort: Kölner Kino Nächte, neuntes Mal, Filmfestival, Köln

9. Kölner Kinonächte

Vier Tage, 60 Filme, 16 Spielorte - die Kölner Kinonächte liefern Klassiker, Premieren und Geheimtipps


Angriffslustig: »Wild« von Nicolette Krebitz

Zum neunten Mal haben zahlreiche Kinobetreiber, Filminitiativen, Festivals und andere Kultureinrichtungen ihre Ressourcen für die Kölner Kinonächte in einen Topf geworfen. Sie präsentieren an vier Tagen ein dichtes Programm mit 60 Filmen an 16 verschiedenen Spielorten. Das macht wie immer einen ziemlich durcheinandergewürfelten Eindruck: Neben einer Handvoll von Premieren und Previews finden sich Klassiker, Geheimtipps und Wiederaufführungen aus der jüngeren Vergangenheit. So etwa »Wild« (2016) von Nicolette Krebitz, der zum Auftakt in der noch fast neuen Außenspielstätte des Schauspielhauses am Offenbachplatz gezeigt wird, oder Paul Verhoevens spätes Meisterwerk »Elle« (2016). Als Kölner Erstaufführungen sind etwa der Berlinale-Erfolg »The Party« von Sally Potter und Emir Kusturicas neuer Film »On the Milky Road« zu sehen.

 

Ein kleiner Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf dem französischen Unterhaltungskino der letzten Zeit (z.B. »Birnenkuchen mit Lavendel«) sowie türkischen Filmen wie dem Cannes-Gewinner »Winterschlaf« (2014) und dem oscarnominierten »Mustang« (2015). Letzterer wird bei der Vorstellung im Weisshaus Kino vom Kölner Kabarettisten und Schauspieler Fatih Cevikkollu vorgestellt. Für Freunde der abseitigerer Kinokost wird Regisseur Thilo Gosejohann bei der Vorstellung seiner Trash-Perle »Operation Dance Sensation« (2003) in der Traumathek zugegen sein. Ein ähnlich anarchischer Geist wohnt auch in Werner Nekes’ »Johnny Flash« (1987), in dem Helge Scheider vor seinem Durchbruch zu sehen ist. Neben den Filmen sorgen Führungen durch die MMC-Studios oder den renovierten Filmpalast sowie die filmische Radtour »Shorts on Wheels« für Bewegung.

 

Dass es dem Programm an einem roten Faden fehlt, darf inzwischen getrost als Tradition verstanden werden. Mit einem herkömmlichen Festival sollten die Filmnächte ohnehin nicht verwechselt werden. Sie sind vielmehr die Entsprechung zu den »Langen Nächten« der Kölner Museen oder Theater: ein Event für ein breites Publikum, das an langen, lauen Sommerabenden eine Alternative zum Biergarten geboten bekommen möchte.

 


Do, 6.7.–So 19.7., div. Orte.
Infos: koelner-kino-naechte.de

 

 

 


Von: Christopher Dröge
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