StadtRevue Archiv | Artikel

Ausgabe: 3.2019

Kategorie: Thema
Stichwort: Historisches Archiv Köln

Bettis Resterampe

Vor zehn Jahren stürzte das Historische Archiv der Stadt Köln ein. Zwei Menschen starben, die Archivalien versanken im Boden. Was bedeutet dieser Verlust für Köln — und was hat sich in der Stadt dadurch geändert?


Mit neun Klimazonen und »Eisspeicher«: Neubau des Historischen Archivs am Eifelwall, Foto: Marcel Wurm

»Vieles kann nicht mehr zugeordnet werden«: Geborgene Archivalien, Foto: Manfred Wegener

»Das ist immer noch Tatort«: Einsturzstelle im Jahr 2011, Foto: Manfred Wegener

Nicht mal ein Hinweis: Infotafel-Aktion von 2012, Foto: Manfred Wegener

Waidmarkt 2019: Auch zehn Jahre danach weiß keiner, wie an den Einsturz erinnert werden soll, Foto: Marcel Wurm

Es sei ein wenig wie bei 9/11, hört man oft. In Köln wüssten alle genau, was sie getan haben, als am 3. März 2009 die Nachricht vom Einsturz des Historischen Archivs eintraf. Vom Verleger Helge Malchow weiß man, dass er zwei Minuten vor dem Ereignis noch am Archiv vorbeigefahren war. Das Herz sei ihm »in die Hose gerutscht«, als ihn die Nachricht ereilte. In den folgenden Tagen war OB Fritz Schramma (CDU), als Schmerzensmann mit Schnäuzer vor der Trümmerlandschaft am Waidmarkt, auf den Fernsehbildschirmen der ganzen Welt zu sehen. Wie konnte es sein, dass im Jahr 2009, mitten in einer Großstadt, Häuser einstürzen und zwei junge Männer in den Tod reißen? 

 

Vom größten kulturellen Verlust in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg war die Rede, vom bedeutendsten kommunalen Archiv nördlich der Alpen, das nun im Boden versunken sei. Schnell war klar, dass der Einsturz mit den Bauarbeiten für die Nord-Süd-U-Bahn zusammenhing, bald wurden Schlamperei und Versagen bei den Baufirmen wie auch bei Stadtverwaltung und Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) offenbar. Die Bauarbeiten waren kaum kontrolliert worden, weil sich die KVB als Bauherr selbst überwacht hatte. Die Stadt hatte das so in Auftrag gegeben. Köln schien sich ins Bodenlose geklüngelt zu haben. Aus dem Entsetzen wurde Empörung. Mehrere Bürgerinitiativen gründeten sich, um Köln den Klüngel auszutreiben und für mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung zu kämpfen. 

 

Zehn Jahre später sitzt Frank Möller in seiner Dachgeschosswohnung und zieht eine bittere Bilanz. »Köln hat sich im Kern nicht geändert«, sagt Möller. Der Historiker und Journalist arbeitete gerade an einer Biografie des Kölner Verlegers Joseph Caspar Witsch, als das Archiv einstürzte. Danach schloss er sich der kurz zuvor gegründeten Initiative »Köln kann auch anders« an. Sie organisierten Proteste, aber auch Gesprächsreihen mit Vertretern der Stadt, um sie zu mehr Offenheit zu zwingen. Das hätten sie aber letztlich nicht geschafft, sagt Möller. Die Gesprächsreihen gibt es seit 2014 nicht mehr, als zwei Amtsleiter sich darüber beschwert hatten, in einem Ankündigungstext zu schlecht weggekommen zu sein. 

 

»Wenn eine Verwaltung so weit heruntergewirtschaftet ist wie in Köln, kommt sie ohne weiteres nicht mehr hoch«, sagt Möller. Noch immer würden hohe Posten nach Parteibuch besetzt, fähige Leute sich gar nicht erst in Köln bewerben. Und die Verwaltungsreform, die OB Henriette Reker vor zwei Jahren angestoßen hat? »Eine Reform hat unter diesen Voraussetzungen keine Chance. Das Gros der Amtsleiter ist reformunfähig und reformunwillig.« 

 

Möller wirft der Stadt auch vor, die Verluste durch den Einsturz kleinzureden. Schon wenige Monate nach dem Einsturz verkündete Archivleiterin Bettina Schmidt-Czaia, alle Archivalien seien »noch irgendwie da«; bis heute gelten 95 Prozent als geborgen. Errechnet wurde die Zahl anhand der Regalmeter Archivgut. Geborgen aber bedeute nicht gerettet, sagt Frank Möller. Zudem sei ein laufender Archivmeter keine verlässliche Größe. »Das können drei Kartons oder zehn Akten gewesen sein, keiner weiß es.« Häufig konnten nur noch Schnipsel geborgen werden. Das größte Problem sieht Möller deshalb in der Zuordnung: »Vieles kann nicht mehr zugeordnet werden, oder es wird falsch zugeordnet. Es werden Dokumente fehlen, von denen man gar nicht weiß, dass sie existierten.«

 

Der Archiv-Neubau, der derzeit am Eifelwall errichtet wird, habe den Namen »Historisches Archiv der Stadt Köln« deshalb nicht verdient, findet Möller. »Bettis Resterampe wäre ein passenderer Begriff.« Auch mit der inhaltlichen Ausrichtung von Bettina Schmidt-Czaia ist Möller nicht einverstanden. In einem Fachkonzept hatte die Archivleiterin angekündigt, mehr städtische Akten, aber weniger private Nachlässe und Sammlungen aufnehmen zu wollen. Möller befürchtet ein »verwaltungskonformes Archiv«, das die Geschichte der Stadt künftig vorwiegend aus Sicht der Verwaltung erzähle. Die Perspektive von Aktivisten, Künstlern oder anderen Akteuren werde vernachlässigt. »Da kriegt man doch einen ganz anderen Blick auf die Geschichte.« 

 

Was die Zuordnung der Dokumente angehe, so habe er  dem Archiv seine Hilfe angeboten, sagt Möller. Durch seine jahrelangen Recherchen kennt er sich mit dem Bestand des Verlags Kiepenheuer & Witsch gut aus; zudem lagern einige tausend Kopien bei ihm zu Hause. Doch auf sein Angebot habe niemand reagiert.

 

Andere Nachlassgeber machten ähnliche Erfahrungen. Oliver König, Sohn des Soziologen René König (1906–1992), hat 2012 eine Interessengemeinschaft der Vor- und Nachlassgeber mitgegründet. Er fühlte sich von Stadt und Archivleitung schlecht informiert und als Bittsteller behandelt. Zwar sei man auf Druck des damaligen OB Jürgen Roters (SPD) mit der Archivleitung ins Gespräch gekommen, doch sei die Kooperation »eng begrenzt« geblieben. Immer wieder gebe es Irritationen. König führt zwei Beispiele an: So sei die Leiterin der Abteilung »Nachlässe und Sammlungen« Ende 2016 entlassen worden. »Es stellte sich bald ein Konflikt mit ihrer Chefin Schmidt-Czaia heraus, der vor dem Arbeitsgericht ausgetragen wurde«, so König. Der Vorgang sei als »Umorganisation« kleingeredet worden, die Stelle bis heute nicht wieder besetzt.

 

Im Juli 2017 dann bat der neue, kommissarisch eingesetzte Abteilungsleiter die Nachlassgeber, ihre Nutzungsrechte an das Archiv abzutreten, um die Werke zum Zweck der Identifizierung digital zugänglich machen zu können. »Nach der auf unabsehbare Zeit durch den Einsturz bedingten faktischen Enteignung sollten wir nun auch einer urheberrechtlichen Enteignung zustimmen«, so König. Ein »dreister und ignoranter« Vorschlag, der es unmöglich mache, ein einvernehmliches Verhältnis mit den Verantwortlichen von Stadt und Archiv zu erreichen. Stattdessen richte sich die Stadt in der »Pose des Geschädigten« ein. 

 

Als Geschädigte sieht sich die Archivleiterin Bettina Schmidt-Czaia in der Tat. Nur mit Glück wurden sie und ihre Mitarbeiter am 3. März 2009 nicht verschüttet. Dass sie die Vor- und Nachlassgeber nicht informiert hat? »Die Klage habe ich nie verstanden. Wie hätte ich nach dem Einsturz 300 Nachlassgeber abtelefonieren sollen? Ich hatte keinen Stuhl mehr unterm Hintern, geschweige denn Akten oder Adresslisten«, sagt Schmidt-Czaia. »Wir mussten diese Kontaktdaten erst rekonstruieren, um die Vor- und Nachlassgeber informieren zu können. Bereits kurz nach dem Einsturz gab es für sie dann eine erste Informationsveranstaltung im Rathaus.« Man habe ein kollektives Trauma erlitten, doch inzwischen habe sich das Verhältnis zu den Nachlassgebern beruhigt. Bereits seit 2009 würden wieder Vor- und Nachlässe aufgenommen, und erst kürzlich hätten Talkmaster Alfred Biolek und die Familie des ehemaligen Kölner OB Norbert Burger (SPD) ihre Nachlässe dem Historischen Archiv übergeben. Das zeige, dass man dem Haus wieder vertraue.

 

Ende 2020 soll der Neubau am Eifelwall fertig sein, der Einzug könnte sich ein weiteres Jahr hinziehen. Schmidt-Czaia schwärmt von den Möglichkeiten, die das neue Haus biete: ein großer Ausstellungsraum, ein großer Lesesaal, drei Gruppenarbeitsräume. »Bei uns können Veedelsinitiativen und Schülergruppen arbeiten. Wir möchten ein wichtiger Punkt im Leben der Kölner sein, ihnen Orientierungshilfe bieten.« 

 

Hier scheint der Nachholbedarf groß. Die meisten Kölner kommen mit dem Archiv nie in Berührung, und sie verbinden auch nichts damit. Daran konnte auch die Stiftung Stadtgedächtnis nichts ändern, auf die nach dem Einsturz große Hoffnungen gesetzt wurden. Mit ihrer Hilfe sollten Spenden für die Restaurierung gesammelt werden. Als Vorbild diente das nach dem Brand der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar 2004 eingerichtete Spendenmodell. Während in Weimar allerdings noch in der Nacht der Katastrophe ein Konto eingerichtet wurde, verstrichen in Köln 16 Monate, bis die Stiftung im Juli 2010 ins Leben gerufen wurde. Noch einmal 15 Monate brauchte der damalige Kulturdezernent Georg Quander, bis er in Stefan Lafaire einen geeigneten Geschäftsführer gefunden zu haben glaubte. 

 

Die Stiftung erwies sich schnell als Rohrkrepierer. Nicht nur blieben die von Lafaire angekündigten Spenden von mindestens einer Million Euro pro Monat aus. Die Erträge deckten nicht einmal die Betriebskosten. Im Kuratorium saß auch Burkhard von der Mühlen, Vorsitzender des Vereins der Freunde des Historischen Archivs. Er sieht die Ursachen für das Scheitern auch in der Person ihres Geschäftsführers: »Stefan Lafaire hat nie Zugang zur Stadtgesellschaft gefunden«. 2014 trat er nach massivem politischem Druck zurück. 

 

Sein Nachfolger wurde Konrad Adenauer, Vorsitzender des Kölner Haus- und Grundbesitzervereins, und in der Stadt bestens vernetzt. Er reformierte die Stiftung grundlegend. »Wir wollten die Ausgaben minimal halten«, sagt Konrad Adenauer. Inzwischen hat die Stiftung weder Angestellte noch ein Büro, das Vermögen wird von der Sparkasse Köln Bonn verwaltet. Zugleich wurde die Rechtsform geändert: Aus der Ewigkeits- wurde eine Verbrauchsstiftung, die ihr Kapital und die anfallenden Zinsen nach und nach aufzehrt. »Wir können jedes Jahr rund 200.000 Euro ausgeben«, so Adenauer. Das Geld fließt in die Restaurierung und in Fahrzeuge. Nach derzeitigen Schätzungen reichen die verbliebenen 4,2 Mio. Euro Stiftungsgelder noch bis ins Jahr 2043. Die Stiftung enthält sich inzwischen aller Werbeaktionen und Spendenaufrufe; zu Beginn hatte sie erfolglos versucht, Bürotassen und Mousepads zu verkaufen.

 

Auch beim Gedenken an das Unglück machte die Stadt keine gute Figur. Viele Jahre fand sich an der Einsturzstelle nicht einmal ein Hinweis. Nun, kurz vor dem zehnten Jahrestag, könnte eine Idee der Initiative Archivkomplex Auftrieb bekommen. »Das ist die Chance, anlässlich des zehnten Jahrestages dem Geschehen Dampf zu machen«, sagt die Künstlerin Dorothee Joachim. Seit dem Einsturz des Stadtarchivs versuchen sie und andere Mitglieder von Archivkomplex mit Aktionen, Ausstellungen und Veranstaltungen die Erinnerung an den Einsturz wachzuhalten.

 

Seit dem vergangenen Jahr hat die Initiative die Idee einer Kunsthalle entwickelt. Das Gleiswechselbauwerk der KVB am Waidmarkt besteht aus drei Etagen: In 25 Metern Tiefe fahren die U-Bahnen, in der Mitte sind Technik- und Versorgungseinrichtungen untergebracht. Darüber, direkt unter der Straßendecke, liegt ein gewaltiges Nichts: ein leeres Stockwerk, das nach ursprünglichen Plänen der KVB mit Beton verfüllt werden soll. In dieser großen Leere möchte Archivkomplex die »Halle mit dem Knick« einrichten. Eine Ausstellungs- und Veranstaltungshalle, 50 Meter lang, 27 Meter breit, 7 Meter hoch. Die Kosten allein für Wände, Decke und Schallschutz sind mit 1,5 Mio. Euro kalkuliert. Die Einrichtung mit Lüftung, Heizung etc. käme noch dazu. Wer der Träger sein und was dort stattfinden soll, ist unklar, es klingt nach kultureller Allzweckwaffe.

 

Am Waidmarkt ist derzeit von der möglichen Halle kaum mehr als ein Boden und Schlitzwände zu sehen. »Das ist immer noch Tatort«, sagt Günter Otten von Archivkomplex. Zwar sind zwei Strafverfahren bereits abgeschlossen; ein KVB-Bauüberwacher sowie ein Oberbauleiter der Firma Züblin wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt. Doch der Zivilprozess, mit dem die Stadt Schadensersatz von den Baufirmen erstreiten will, steht erst noch bevor.  Sobald die Beweisaufnahme über die Ursachen des Einsturzes abgeschlossen ist, beginnt die KVB, die Baustelle zu sanieren. Jetzt sei der Zeitpunkt, um über die »Sicherung des Rohbaus« zu entscheiden, so Otten. Also: zuschütten oder offenlassen. Sicherung bedeute, Wände einzuziehen und einen Deckel aufzulegen. »Statisch ist das machbar, das ist von der KVB geprüft«, sagt Otten. 

 

Bei der KVB gibt man sich noch zugeknöpft. »Die Sanierung kann beginnen, wenn die Beweiserhebung abgeschlossen und die Besichtigungsbaugrube verfüllt ist«, sagt KVB-Sprecherin Gudrun Meyer. »Die Entscheidung darüber, ob am Waidmarkt eine Veranstaltungshalle realisiert werden soll, obliegt der Stadt Köln.« Am 8. Januar stellte die Initiative Archivkomplex ihre Pläne Kulturpolitikern, Verwaltungsmitarbeitern und Kulturschaffenden vor. Offenbar mit positiver Nachwirkung. Derzeit soll das Amt für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau eine Vorlage erarbeiten, die Varianten des Areals nach der Fertigstellung des Gleiswechselbauwerks am Waidmarkt vergleicht. Letztlich obliegt die Entscheidung aber dem Rat der Stadt. »Wir waren bei dem Treffen einmütig der Meinung, dass die Halle nicht verfüllt und als Rohbau gesichert werden soll«, sagt Brigitta von Bülow, kulturpolitische Sprecherin der Grünen. Thor Zimmermann von der Ratsgruppe Gut sagt: »Halle im Bauwerk erhalten, unbedingt. Der Initiative muss aber auch klar sein, dass sie im Wettbewerb mit vielen weiteren interessanten Kulturprojekten steht.« 

 

Auch eine Kunsthalle beantwortet allerdings noch nicht die Frage, wie am Waidmarkt an den Einsturz erinnert werden soll. 2012 hat die Stadt einen begrenzten Wettbewerb zugesagt. Drei Jahre später, berichtet Dorothee Joachim, wurde das Versprechen erneuert. Einen Wettbewerb gab es allerdings bis heute nicht. Auch deshalb schießen die Pläne ins Kraut — von der traditionellen Gedenkstätte bis zum partiellen Erhalt des Einsturzkraters. Klar ist, was Archivkomplex auf keinen Fall möchte: »Vorne schickes Wohnhaus, kleines Mauseloch nach hinten, Ecke, Gedenkstein, Kranz abwerfen.« Die Initiative fordert, das Areal des früheren Stadtarchivs in städtischem Besitz zu halten und nicht an einen Investor zu verkaufen. Es brauche ein städtebauliches Gesamtkonzept. 

 

Während Archivkomplex für die Halle kämpft, haben sich andere Initiativen längst aufgelöst. Der »Kölner Komment« etwa, dessen Aufruf mehr als 150 Menschen aus der Kulturszene und Prominente wie der ehemalige Innenminister Gerhart Baum (FDP) unterzeichnet hatten. Die Initiative sah die Kölner Kulturpolitik in einem desaströsen Zustand und forderte, Köln müsse »zurück auf die kulturelle Landkarte«. Plakate des Kölner Komments waren damals in der Stadtrevue erschienen. Unter dem Motto »Mut zu Kultur« strebte man ein Bürgerbegehren gegen den geplanten Abriss und Neubau von Schauspielhaus und Oper an. Schließlich kippte der Rat 2010 die Pläne und beschloss, Oper und Schauspiel zu sanieren.

 

»Ohne den Einsturz wäre die Schauspielsanierung nicht möglich gewesen«, sagt Thor Zimmermann. Auch seine Wählergruppe Gut, ehemals Deine Freunde, hatte sich unter dem Eindruck des Archiveinsturzes gegründet. Doch die Sanierung wurde zum Desaster, die Kosten stiegen von 253 auf mehr als 500 Millionen Euro, statt im Jahr 2015 werden die Häuser frühestens Ende 2022 wieder eröffnen. »Dazu muss man sich dann auch äußern können«, sagt Zimmermann. Mut zu Kultur und Kölner Komment aber sind nicht mehr aktiv. 

 

Die Initiative Köln kann auch anders engagiert sich auch heute noch, etwa gegen einen Tunnel auf der Ost-West-Achse. Frank Möller aber ist ausgestiegen. Auch seine Archivalien hat er weggeworfen. Er habe der Stadt fünf Jahre seines Lebens geschenkt, sagt er. Das müsse reichen. Die Archiv-Katastrophe gehe weiter, glaubt Möller. Im Neubau soll eine ultramoderne Klimaanlage eingebaut werden, mit neun Klimazonen und »Eisspeicher«. Das System ist allerdings noch nie irgendwo ausprobiert worden. Möller begreift nicht, woher ausgerechnet die Stadt Köln den Mut schöpft, sich auf ein solches Experiment einzulassen. »Ich kann nur jedem Nachlassgeber raten: Macht einen großen Bogen um Köln.« 

 

 

 


Von: Anne Meyer, Hans-Christoph Zimmermann
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