StadtRevue Archiv | Artikel

Ausgabe: 4.2019

Kategorie: Theater
Stichwort: Kölner Tanzfilmfestival 

Moovy

Bewegung im Fokus. Das Kölner Tanzfilmfestival geht in die dritte Runde


»The Ferryman« mit Marina Abramo­vic und Ryuichi Sakamoto

Zwei selten gezeigte Dokumentarfilme über Pina Bausch gehören zu den Höhepunkten des Tanzfilmfestivals Moovy, das in diesem Jahr bereits zum dritten Mal im Kölner Filmforum im Museum Ludwig stattfindet. Anlässlich des 10. Todestages der Choreographin werden die Filme »A Breath with Pina Bausch« und »Coffee with Pina« am Samstag, den 30.3. in einem Double--Feature gezeigt.

 

Àgota Harmati hat als künstlerische Leiterin des Festivals erneut ein Programm zusammengestellt, das die ganze Bandbreite des Tanzfilms umfasst. In den drei Tagen gibt es unter den internationalen Kurz- und Langfilmen neben klassischen Tanzdokumentationen auch Filme zu sehen, bei denen die Choreographie eigens für die Kamera konzipiert wurde. Im Zusammenspiel von Tanz und Kamerabild entstehen Tanzszenen, die so bei einer klassischen Bühnenpräsentation nicht möglich wären.

 

Zum diesjährigen Programm  gehört auch ein Film des 2018 verstorbenen Klaus Wildenhahn. Der Dokumentarfilmer, der maßgeblich Anteil daran hatte, die »Direct Cinema«-Bewegung in Deutschland zu etablieren, begleitete in »John Cage« aus dem Jahre 1966 den Komponisten gemeinsam mit dem Choreographen Merce Cunningham auf einer Tournee durch Europa und rückte dabei die Schaffensprozesse bei diesem Kunstprojekt in den Fokus.

 

Ein weiteres Highlight im Programm ist der genreübergreifende »The Ferryman«, in dem Regisseur Gilles Demas 2016 die Performancekünstlerin Marina Abramovic bei der Zusammenarbeit mit dem japanischen Musiker Ryuichi Sakamoto filmte. Mit Länderklischees spielen sowohl der finnische Beitrag »Cold Storage« wie auch »Curing Albrecht« aus Großbritannien. Während in dem finnischen Kurzfilm von Thomas Freundlich das Tanzbein erst durch den übermäßigen Einsatz von Alkohol in Schwung gebracht werden kann, entführt der britische Beitrag den Zuschauer in die sehr britische Atmosphäre der altehrwürdigen Badeanstalt Victoria in Manchester, wo das Englisch National Ballett »Giselle« aufführt. 

 

Während des dreitägigen Festivals haben die Zuschauer durchgehend von 15 bis 21 Uhr die Möglichkeit, drei Virtual-Realtiy-Tanzfilme zu bestaunen.

 

3. Moovy Tanzfilmfestival, 29.–31.3., Filmforum NRW im Museum Ludwig, moovy-festival.com

 

 


Von: Alexander Schmitt
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