StadtRevue Archiv | Artikel

Ausgabe: 8.2019

Kategorie: Theater
Stichwort: »katze und krieg«

Harem

»katze und krieg« spielen in ihrer neuen Performance mit Flirt- und Führungsstrategien


Hübsche Kerle in Mülheim: ein Harem

»Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann«, sang einst Trude Herr und kehrte in den 60er Jahren mit einem forsch nach außen getragenen weiblichem Selbstverständnis mal eben die gängigen, männlich dominierten Flirt-Regeln um. Das Performance-Duo Julia Dick und katharinajej, die als Künstlerduo »katze und krieg« seit geraumer Zeit im öffentlichen Raum ungewöhnliche Sozialstudien vornehmen, setzen auf dieses selbstbestimmte Agieren im Umgang mit dem anderen Geschlecht noch ein Sahnehäubchen oben auf: Sie wollen sich gleich einen ganzen männlichen Harem zulegen. Ein Harem, der sie umspielt und umsorgt, mitten auf der Straße.

 


Dafür stürzen sich die beiden Künstlerinnen unerschrocken und neugierig ins Gewühl der Stadt. Hier gilt es, im Laufe der Performance spielerisch herauszufinden, wie man als Frau in der Öffentlichkeit direkt und unvermittelt mit Männern in Kontakt tritt. Ziel ist es, einen ganzen Haufen Männer an Land zu ziehen und gleichzeitig auf die Bedürfnisse einer Harem-Halterin einzustellen. Dabei richten katze und krieg ihre Eroberungspläne an den Flirt- und (Ver)-Führungsstrategien aus, die Frauen im normalen Alltag von den Männern vorgelebt bekommen.

 


Ein illustres Spiel mit vermeintlichen Geschlechterrollen wird hier genüsslich auf die Spitze getrieben, und dabei dem »Mann auf der Straße« der Spiegel vorgehalten. Das Publikum ist eingeladen, die Künstlerinnen bei ihrer Intervention im Stadtraum zu begleiten.

 


Katze und krieg spielen diese aktuelle Performance im Rahmen eines mehrtägigen Performance-Programm der Kölner Temporary Gallery, die zeitgleich eine Ausstellung mit dem Titel »Praktiken der Annäherung« präsentiert. Im Anschluss an die Performance findet ein Nachgespräch, moderiert von Aneta Rostkowska, Leiterin der Temporary Gallery, statt.

 


»Harem«, A+C: katze und krieg, 25.–27.7., Temporary Gallery, 18 Uhr, Karten­reservierung für die Performance unter info@temporarygallery.org
Mit der Reservierung wird der genaue Treffpunkt bekannt gegeben.

 

 

 


Von: Alexander Schmitt
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