StadtRevue Archiv | Artikel

Ausgabe: 8.2019

Kategorie: Film
Stichwort: Filmhaus

Was lange währt

2020 soll das Filmhaus wiedereröffnen — immer­hin gibt es jetzt einen potentiellen Betreiber


Weitgehend saniert, aber noch unbespielt: Das Filmhaus, Foto: Tom Zelger

Als 2012 der Filmhaus Verein Insolvenz anmeldete, hätte wohl niemand gedacht, dass 2019 immer noch kein neuer Hauptmieter in die Räume des ehemaligen Bahngebäudes am Mediapark eingezogen sein würde. Immerhin ist man jetzt einen Schritt weitergekommen: Im Juli hat der Rat bekannt gegeben, wer der neue Wunsch-Betreiber ist. Im Wettbewerb durchgesetzt hat sich die Bewerbung der Scope Institute gGmbH, einer gemeinnützigen Bildungseinrichtung für Film und digitale Medien. Zusammen mit Scope haben sich beworben Robert Groß von der Postproduktionsfirma act, Peter Hagemann vom Weiterbildungs- und Beratungsunternehmen mibeg und Joachim Kühn und Dirk Steinkühler vom Kölner Filmverleih Real Fiction und der Filmpalette. Damit sollen alle vom Rat für das Haus geforderten »inhaltlichen Bausteine« abgedeckt werden: Kinobetrieb, Aus- und Weiterbildungsangebot, Begegnungsort für Akteure aus dem Filmbereich. Von der Stadt vorgegeben war, dass die Firma Locke auch weiterhin den Filmgeräteverleih übernimmt.

 


Für das Kino wären dann Joachim Kühn und Dirk Steinkühler zuständig, die die nicht weit entfernte Filmpalette betreiben. Kühn hatte den 99 Plätze fassenden Filmhaus-Saal bereits von 1998 bis 2006 bespielt. Auf Nachfrage versichert Steinkühler, dass das zukünftige Programm ähnlich aufgebaut sein würde wie in den ersten Jahren des Filmhaus-Kinos, das heißt, eine Mischung aus Erstaufführungen, Filmreihen und Festivals.

 


Bis aber wirklich feststeht, dass Scope und Partner in die Maybachstraße 111 einziehen, wird es noch etwas dauern. Zunächst müssen eine Betreibergesellschaft gegründet und der Stadt ein Finanzierungskonzept vorgelegt werden. Mit dem Ratsbeschluss im Gepäck kann sich Scope jetzt auf die Suche nach weiteren Förderungen ma­chen. Weiter gehen auch die Verhandlungen über die Brandschutz- und Sicherheitsauflagen, die einen wirtschaftlichen Betrieb des Hauses zumindest erschweren, wie mehrere Bewerber berichten. Scope-Geschäftsführerin Vera Schöpfer will sich zu konkreten Problemen nicht äußern, versichert aber, sie hätte in den Verhandlungen »gute Teilerfolge« erzielt.

 


Wichtig sei ihr der »offene Charakter« des Hauses. Sie sieht das zukünftige Filmhaus vor allem als ein Ort der Begegnung nicht nur der Filmszene, sondern auch der Bürgerschaft. Kooperationen mit Schulen, der Uni und Vereinen sollen die Stadtgesellschaft ins Haus holen. Bis es so weit ist, wird es allerdings noch dauern. Das Kulturamt sagt, dass »hoffentlich spätestens Mitte nächsten Jahres« ­wiedereröffnet werden kann.

 





Von: Sven von Reden
«  Spektakelfreudiger...  Kino im Liegen» Datensatz 53 von 6026 insgesamt.