StadtRevue Archiv | Artikel

Ausgabe: 6.2018

Kategorie: Trinken & Essen - Neueröffnung
Stichwort: Japanisch. Vegan. 

Nobiko

Kalk

51103 Köln, Josephskirchstr. 25

T 16 86 86 66, nobiko.de, Ö: 12–22

R: Mo/Di


Foto: Marcel Wurm

Wenn es eine vegane Szene in Köln gibt, dann in Kalk! Mit dem alternativen Trash Chic, einer türkischen Çiğköfte-Filiale und dieser Neueröffnung gibt es gleich drei entsprechende Adressen. Diese neue Nudelbar ist zudem ein weiterer Beleg für die Veränderung im ehemaligen sozialen Brennpunkt. An den Tischen sitzen um die Mittagszeit junge Kreativschaffende, genießen die Sonne an den geöffneten Fenstern und sprechen über Virtual-Reality-Programmierung. 

 

Das ehemalige Café Fatsch wirkt nun aufgeräumter, ohne dass der Secondhand-Charme verloren wäre. Auf der Theke steht die typisch japanische Plastik-Version eines Nudel-gerichts, an den Wänden hängen AfD-kritische Plakate und Drucke zu den Folgen des Reaktor-Unglücks in Fukushima. 

 

Auf der Karte stehen Udon, also dicke Nudeln aus Weizen, die frisch gefertigt werden. Dazu gibt es eine kleine Auswahl an Tempura, Miso-Suppe und Beilagen. Salate wie Mizuna und Chrysanthemenblatt stammen aus eigenem Anbau. Nicht nur die Gemüse-Tempura (klein 3 €, groß 6 €) ist frisch und knusprig, der Reis dazu hat die ideale Konsistenz zwischen körnig-fest und klebrig. An die geschmackliche Tiefe der Brühe zu den Ankake-Udon (8 €) mit Gemüse und Austern-Saitlingen muss sich ein Glutamat gewöhnter Gaumen erst gewöhnen — es lohnt sich, konzentriert zu essen. Dazu trinkt man eisgekühlten Hoji-Cha (1,50 €), einen gerösteter Grüntee. 
Von: Johannes J. Arens