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StadtRevue Blog

24.10.2014
14:10

Kulturverwaltung vs. Theaterbeirat

Am kommenden Dienstag wird im Kulturausschuss über die Konzeptionsförderung der Freien Theater in Köln entschieden und wieder bahnt sich ein handfester Skandal an.

„Eine mutwillige Gefährdung der Existenzgrundlage“

In der jetzigen Beschlussvorlage der Kulturverwaltung unter der neuen Leiterin Barbara Förster tauchen nur noch neun Auserwählte auf, obwohl der Theaterbeirat schon im Februar ausdrücklich empfohlen hatte, vier weitere Theater und Gruppen zu fördern. Den Mehrbedarf hatte das Gremium auf 300.000,- € beziffert.

Schamlos, so Stimmen aus der Szene, sei zudem, dass Verwaltung und Politik die Akteure seit neun Monaten auf die Verkündung warten lassen. Die Konzeptionsförderung garantiert den Theatern und Gruppen Planungssicherheit für die nächsten vier Jahre. Wer jetzt erst erfährt, ob er Gelder erhält, hat kaum mehr Zeit zu reagieren, geschweige für die Planung der kommenden Spielzeit.

In einem Schreiben an die StadtRevue nimmt der Vorstand der Kölner Theaterkonferenz (Dietmar Kobboldt, Oliver Durek
und PiaMaria Gehle) zum Vorgehen der Kulturverwaltung Stellung.

Verwaltungsvorlage 1096/2014
Vergabe der Konzeptionsförderung in der Sparte Theater,
Haushaltsjahre 2015-2018

Stellungnahme der Kölner Theaterkonferenz e.V.

Bereits im September 2013 formulierte Dietmar Kobboldt, Vorsitzender der Kölner Theaterkonferenz anlässlich des traditionellen Medientreffs:

„Ganz herzlich möchte ich mich an dieser Stelle bei Politik und Verwaltung dafür bedanken, dass die Förderung der Freien Theater für die Jahre 2012,13 und 14 über den so genannten Feuerwehrtopf um 200.000,- € erhöht wurde. Das war toll – aber es war eben auch notwendig.
Und vielleicht kann mir irgendjemand hier erklären, warum es diese Notwendigkeit ab 2015 nicht mehr geben sollte? Bevor wir über langfristige Ziele wie Produktionszentren und 10%-Förderungen reden, müssen wir leider dringend fordern, dass zumindest diese 200.000,- € zusätzlich dauerhaft für die Förderung des Freien Theaters erhalten bleiben.
Sonst haben wir ganz schnell die gleiche unerträgliche Situation, die ja erst zur Auflage dieses Feuerwehrtopfes geführt hat.
Und das hat nicht einmal Zeit bis zu den nächsten Haushaltsberatungen, sondern müsste in einem fraktionsübergreifenden Konsens bereits jetzt zur Verfügung gestellt werden, damit der Theaterbeirat, wenn er dann über die neuen Anträge berät, auch weiß, welche Mittel ihm zur Verfügung stehen.“

 

Der Theaterbeirat der Stadt Köln hat sich in einem mutigen und wegweisendem Votum dieser Forderung angeschlossen und in seiner Sitzung vom 24. Februar 2014 nicht nur 9 freie Theater und Theatergruppen zur weiteren Förderung empfohlen, sondern zusätzlich vier weitere Theater benannt, die aus inhaltlichen und ästhetischen Gründen ab 2015 konzeptionell gefördert werden sollen – und den damit verbundenen Mehrbedarf  von 300.000,- € benannt.

Die Kulturverwaltung hat in ihrer o.g. Vorlage jetzt lediglich die weitere Förderung der 9 verbliebenen Theater dem Kulturausschuss zur Abstimmung vorgelegt. Damit ist die zentrale Forderung nach Erhöhung der Fördersumme in das kommende Jahr und die Haushaltsberatungen verschoben. Dies empfinden wir als Affront den betroffenen Künstlerinnen und Künstlern gegenüber und als eklatante Missachtung des Beiratsvotums!

Allen Theatern stand eigentlich laut geltendem Theaterförderkonzept eine Planungssicherheit für die Jahre 2015-2018 zum 31.12. 2013 (!!!) zu. Alle Kölner Theaterschaffenden, die einen Antrag auf Konzeptionsförderung gestellt haben, warten nun seit Februar 2014 auf eine politische Haltung zum Beiratsvotum. Die jetzt geplante erneute Verzögerung über den Januar 2015 hinaus ist eine mutwillige Gefährdung der Existenzgrundlage von vier Kölner Theatern.

Es sei dahingestellt, ob es der Kulturverwaltung an Willen oder politischer Durchsetzungskraft gemangelt hat, aber dass der „Schwarze Peter der Verantwortung“ jetzt der Politik zurückgespielt wird, ist unerträglich. Unerträglich für das Medium Theater, vor allem aber respektlos den betroffenen Künstlerinnen, Künstlern und allen betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber.


Im Kommunalwahlkampf 2014 haben sich nahezu alle demokratischen Parteien hinter unsere Forderung gestellt, den Etat für die freie Theaterszene Schritt für Schritt auf 10 % des Etats der städtischen Bühnen anzuheben. Hier wäre die Möglichkeit gegeben gewesen, zumindest einen ersten dieser Schritte zu gehen, und wir bedauern zutiefst, dies jetzt als Forderung formulieren zu müssen, statt einfach jenen danken zu können, die diese schon lange geforderte und oft beklatschte Idee endlich in Anfängen durchgesetzt hätten.

Kunst und Kultur sind grundsätzlich schlechte Spielfelder für politische Machtkämpfe oder taktische Spielchen, die freie Szene ist es umso mehr. Von daher sollten Respekt und Anstand wichtigere Kriterien im Umgang mit der freien Szene sein, und nicht (partei-) politische Interessen.

Von daher fordern wir von -und appellieren gleichzeitig an die Verantwortung- der Politik:

Finden Sie einen Weg, das Votum des Theaterbeirats vollumfänglich umzusetzen. Selbst temporäre Zwischenlösungen –wenn sie denn eine verlässliche Zukunftsperspektive haben- sind, in Anbetracht der Zeitnot, notfalls akzeptabel.

Respektieren und akzeptieren Sie unsere Arbeit für die Kulturstadt Köln.

 

Für die Kölner Theaterkonferenz

Der Vorstand

 

Dietmar Kobboldt
Oliver Durek
PiaMaria Gehle

 

 

 

 

 

 

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  • 1 Kommentar(e)
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Barbara Foerster
25.10.2014
10:23
Kulturamtsleiter

Die internen Haushaltsplanberatungen zwischen Kämmerei und Dezernaten sind noch nicht abgeschlossen. Ein Vorgriffe auf den Haushalt 2015 ist deshalb sehr schwierig. Für einen Beschluss über die Aufstockung des Theaterkonzeptionsbudgets wäre dies aber notwendig. Dies ist die aktuelle Situation. Die Dezernentin und ich halten die Stärkung der Freien Theaterszene ab 2015 im Zuge der Konzeptionsförderung für enorm wichtig und setzen uns dafür massiv ein. Ebenso für eine allgemeine Stärkung der freien Szene. Dies muss natürlich dann durch die Politik beschlossen werden.

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