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StadtRevue Blog

28.11.2014
09:10

Polizeigewalt in Kalk – Prozessbeginn am Amtsgericht

Am Montag, 1. Dezember beginnt vor dem Kölner Amtsgericht der Prozess gegen vier Menschen, die im Rahmen einer umstrittenen Polizeiaktion an der Kalker Post im Juli 2013 festgenommen worden waren.

Clara Wyen (Name geändert) kann sich auch beinahe eineinhalb Jahre später noch gut erinnern. Sie habe das Geschehen genau gespeichert, sagt sie. Am Montag wird sie wieder mit dem Erlebten konfrontiert werden: Um 11 Uhr beginnt im Kölner Amtsgericht der Prozess gegen sie und drei anderen Menschen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Landfriedensbruchs.

Rückblick: Kalk Post in einer Freitagnacht im Juli 2013. Bei lauen Sommertemperaturen haben sich rund 60 Menschen versammelt, nachdem die Polizei zuvor eine Privat-Party wegen Ruhestörung aufgelöst hatte. Die Gäste gingen freiwillig und fanden sich danach im öffentlichen Raum an der Kalker Post ein, um noch ein letztes Bier zu trinken und den Abend ausklingen zu lassen.

Doch die Outdoor-Runde in Kalk wird jäh zerschlagen. Nachdem die Polizei zuvor einen rechtswidrigen Platzverweis für ganz Kalk ausgesprochen hat, räumt sie den Platz mit einem großen Aufgebot kurz darauf gewaltsam. Mit Schlagstöcken, Pfefferspray und Hunden gehen die Polizisten gegen rund 60 unbewaffnete Menschen vor. Die Beamten rechtfertigen die Aktion mit Flaschenwürfen, die von den Anwesenden und unbeteiligten Nachbarn aber nicht bestätigt werden.

Vier Menschen – darunter Clara Wyen – werden mit auf die Wache genommen und müssen bis zum nächsten Morgen in Gewahrsam bleiben. Nach übereinstimmenden Aussagen der Festgenommenen wurden sie dort nackt ausgezogen und ihre Körperöffnungen untersucht. Eine Maßnahme, die nur bei konkretem Verdacht auf Drogenhandel zulässig ist.

Auch wenn es keine Rolle spielt, wer der polizeilichen Repression zum Opfer fällt: Es scheint schwer, keinen Zusammenhang zu den Geschehnissen rund um das damals noch in Kalk beheimatete Autonome Zentrum herzustellen. Die Festgenommenen haben alle Verbindungen zum AZ. Für den darauf folgenden Tag war ein Marsch der Rechtsextremisten von Pro Köln gegen das Autonome Zentrum nebst Gegendemonstration der AZler angekündigt – waren die Beamten schon am Vorabend aufgeregt? Ist die Aktion Teil der Kriminalisierungsstrategie im Zuge der Auseinandersetzungen um das Autonome Zentrum im Rechtsrheinischen? Oder doch nur ganz normale Alltags-Repression in Kalk?

So oder so, „an besagten Freitagabend fand ein polizeilicher Angriff auf friedlich versammelte Bürgerinnen im öffentlichen Raum statt“, wie eine Partybesucherin in ihrer Stellungnahme zu den Vorkommnissen schreibt.

Wer sich solidarisch mit den Angeklagten zeigen möchte, ist ab zehn Uhr vor dem Amtsgericht an der Luxemburger Straße herzlich willkommen.

 

Mehr Information: Im Keller des Gewaltmonopols

Autor: Christian Steigels

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  • 2 Kommentar(e)
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kalkista
02.12.2014
23:44
danke

herzlichen dank für diesen artikel!

Gegen Polizeigewalt
22.12.2014
21:28
Überall dasselbe!

Wie man sieht gibt es das also nicht nur in den USA sondern auch bei uns. ALLE Polizisten sollten eine Kamera tragen und dann sehen wir ja was passiert.

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